Hameln. Im Rahmen einer Bombenräumung in Hameln kam es zu einem umfangreichen Betreuungseinsatz für die evakuierten Bürgerinnen und Bürger. Zur Unterstützung des Landkreises Hameln-Pyrmont wurde der Einsatzzug Sanität und Betreuung des DRK Kreisverband Schaumburg e.V. angefordert. Gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Weserbergland e.V. wurde die Versorgung von rund 500 Personen vorbereitet und umgesetzt.
Da ein einzelner Einsatzzug in der Regel für etwa 250 betreuungsbedürftige Personen ausgelegt ist, war frühzeitig klar, dass zusätzliche Kräfte erforderlich sein würden. Die beiden Kreisverbände bereiteten den Einsatz daher bereits seit dem vergangenen Wochenende gemeinsam vor, um eine reibungslose Umsetzung sicherzustellen.
Einsatzbeginn in den frühen Morgenstunden
Am Sonntag um 03:30 Uhr rückten insgesamt 31 ehrenamtliche Einsatzkräfte mit acht Einsatzfahrzeugen aus, um zwei Notunterkünfte in Betrieb zu nehmen. Diese befanden sich in der Rattenfängerhalle sowie in einer nahegelegenen Schule in Hameln.
Die ersten Stunden des Einsatzes waren geprägt von Aufbauarbeiten, Organisation und Registrierung der ankommenden Personen. Gegen 07:00 Uhr erreichte die Lage ihren ersten Höhepunkt: Insgesamt wurden über 450 evakuierte Menschen in den Notunterkünften betreut und versorgt.
Besondere Herausforderungen in der Pflegeversorgung
Eine besondere Herausforderung stellte die Versorgung von rund 40 pflegebedürftigen Personen dar, die üblicherweise in ihrer häuslichen Umgebung gepflegt werden. Diese wurden in der Schule untergebracht und mithilfe spezieller Feldbetten versorgt, die vom Land Niedersachsen für solche Einsatzlagen bereitgestellt wurden.
Im Verlauf des Einsatzes zeigte sich insbesondere im Bereich der Pflegeversorgung ein hoher logistischer Aufwand. Fehlendes Inkontinenzmaterial sowie individuell benötigte Verpflegung mussten kurzfristig organisiert werden. Die Einsatzkräfte konnten jedoch auch diese Situationen durch flexible und koordinierte Zusammenarbeit bewältigen. In einzelnen Fällen war eine Verlegung in Krankenhäuser erforderlich.
Rücktransport nach Entschärfung
Nach der erfolgreichen Entschärfung des Zünders wurde der Rücktransport der betroffenen Personen unmittelbar eingeleitet. Insbesondere für die pflegebedürftigen Menschen wurde ein schneller und schonender Rücktransport organisiert, sodass diese bereits kurz nach Aufhebung der Sperrung wieder in ihre häusliche Umgebung zurückkehren konnten.
Bis auf eine Person, die weiterhin im Krankenhaus behandelt werden musste, konnten alle Betroffenen im Laufe des Tages in ihre Wohnungen zurückgebracht werden.
Einsatz nach über 13 Stunden beendet
Nach mehr als 13 Stunden Einsatzdauer konnten die ehrenamtlichen Kräfte den Einsatz abschließen. Insgesamt wurde die Lage durch die beteiligten Kräfte strukturiert und professionell abgearbeitet.
Kreisbereitschaftsleiter Philip Tölke zog ein positives Fazit und betonte die gute Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen sowie die hohe Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.
Der Einsatz verdeutlicht erneut die Bedeutung gut vorbereiteter Katastrophenschutzstrukturen sowie die Leistungsfähigkeit des ehrenamtlichen Bevölkerungsschutzes in außergewöhnlichen Lagen.